Selbst im Stau entspannt

Über 1,5 Millionen Kilometer standen die Autofahrer in Deutschland allein 2018 im Stau. In solchen Situationen kann ein Stauassistent den Fahrer entlasten.
Über 1,5 Millionen Kilometer standen die Autofahrer in Deutschland allein 2018 im Stau. In solchen Situationen kann ein Stauassistent den Fahrer entlasten. Foto: djd/Bosch/Getty

Fahrerassistenzsysteme können bei dichtem Verkehr die Fahrt erleichtern

Jeder hasst sie und doch gehören sie schon fast zur alltäglichen Routine: Verkehrsstaus sind lästig und vergeuden unnötig Zeit. 745.000 Staus hat der ADAC für das Jahr 2018 erfasst – nochmals drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtlänge der Blechlawinen addierte sich auf rund 1,5 Millionen Kilometer. Besonders betroffen sind Menschen in Großstädten und Ballungsräumen: 2018 steckte jeder Autofahrer durchschnittlich 120 Stunden auf städtischen Straßen im Stau. Spitzenreiter war Berlin mit 154 Stunden. Das entspricht sechs Tagen wertvoller Lebenszeit. Kein Wunder, dass sich viele durch den dichten oder komplett stehenden Verkehr gestresst fühlen. Es sei denn, elektronische Helfer übernehmen das Anfahren, Bremsen und Spurhalten.

Elektronische Helfer ermöglichen entspanntere Fahrt auch bei Stau-Monotonie

Staus sind relativ einfache Verkehrssituationen – das macht sie langweilig und gleichzeitig auch gefährlich. Schnell kann es durch eine Unkonzentriertheit zum Auffahrunfall kommen. Hier können allerdings moderne Assistenzsysteme im Auto für Abhilfe sorgen. Sie können von der Stau-Monotonie befreien. Untersuchungen von Bosch haben ergeben, dass Autofahrer vor allem beim Einparken oder im Stau die Kontrolle gerne dem Auto überlassen würden. Das ergab eine repräsentative Umfrage in den sechs Ländern Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Japan und den USA. Ein Stauassistent kann selbsttätig die Staufolgefahrt übernehmen und somit dem Fahrer helfen, auch bei dichtem Verkehr oder im Stau möglichst entspannt ans Ziel zu kommen.

Automatisch vorankommen bis Tempo 60

Stauassistenten, die für immer mehr Fahrzeuge erhältlich sind, basieren auf der Sensorik und Funktionsweise einer adaptiven Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC) sowie einem Spurhalteassistenten. Durch die Kombination des Radarsensors mit einer Videokamera übernimmt die teilautomatisierte Funktion die Längs- und Querführung des Fahrzeugs: Bis zu Tempo 60 folgt das System in dichtem Verkehr selbstständig dem vorausfahrenden Fahrzeug. Dazu übernimmt der Stauassistent das Gasgeben und Bremsen, zudem hält der elektronische Chauffeur das Auto mit Lenkkorrekturen in der Spur. Der Fahrer wird entlastet und kann sich ganz auf die Überwachung des Systems konzentrieren. Wichtig zu wissen: Der Mensch am Steuer behält dabei die Verantwortung für die Fahrzeugführung und muss jederzeit in der Lage sein, wieder selbst das Steuern und Bremsen zu übernehmen. djd