Reales Risiko

Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit.
Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Foto: djd/Swiss Life/Getty

Gegen die Gefahr der Berufsunfähigkeit sollte man sich rechtzeitig absichern

Für jeden Berufstätigen ist es der Alptraum schlechthin: die eigene Arbeitskraft einzubüßen und berufsunfähig zu werden. Gerade in jungen Jahren kann man sich dieses Szenario schwer vorstellen, schließlich ist man gesund und steht erst am Anfang des Berufslebens. Tatsächlich aber ist das Risiko der Berufsunfähigkeit sehr real: Jeder vierte Berufstätige in Deutschland muss während seines Lebens seine Erwerbstätigkeit einschränken oder ganz aufgeben. Auf den Staat sollte man sich dabei nicht verlassen, die Erwerbsminderungsrente fällt gerade für jüngere Menschen sehr gering aus. „Wer sich frühzeitig gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit absichert, kann später auch in schwierigen Zeiten finanziell selbstbestimmt leben“, erklärt beispielsweise Amar Banerjee, Mitglied der Geschäftsleitung beim Versicherer Swiss Life Deutschland. Zu günstigen Prämien könnten sich vor allem junge und gesunde Menschen absichern, so Banerjee. Später könnten beispielsweise Vorerkrankungen den Abschluss der Police erschweren.

Immer häufiger seelische Gründe

Psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen sind einer Auswertung des Versicherers zufolge mit 37 Prozent die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Danach folgen Erkrankungen des Bewegungsapparats mit 24 Prozent, gefolgt von Unfällen mit knapp 14 Prozent, Krebs mit neun Prozent und Herz-/Kreislauferkrankungen mit acht Prozent. Psychische Erkrankungen als Grund für eine Berufsunfähigkeit haben in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent zugenommen. Verantwortlich dafür dürften vor allem Stress und Leistungsdruck am Arbeitsplatz sowie ein mangelnder Ausgleich im Arbeitsumfeld sein. „Der rapide Anstieg psychischer Leiden zeigt, dass sich die Menschen unabhängig vom Berufsbild gegen den Verlust ihrer Arbeitskraft absichern sollten“, so Amar Banerjee. Das Klischee, dass vor allem Beschäftigte in körperlich anstrengenden und risikoreichen Berufen betroffen wären, sei mittlerweile überholt.

Psyche bei jungen Frauen, Unfälle bei jungen Männern

Bei Frauen liegt der Anteil psychischer Erkrankungen als Ursache für Berufsunfähigkeit mit 44 Prozent deutlich höher als bei den Männern mit 28 Prozent. In der Altersgruppe der 30-jährigen ist mit 47 Prozent sogar fast jede zweite berufsunfähige Frau von psychischen Erkrankungen betroffen. Bei Männern tauchen psychische Erkrankungen erst in der zweiten Lebenshälfte häufiger auf. Für sie ist in jüngeren Jahren dagegen ein anderes Risiko auffällig: Unfälle sind in 33 Prozent der Fälle Auslöser für eine Berufsunfähigkeit, bei Frauen liegt der Anteil bei gerade einmal knapp neun Prozent. djd