Konzertanter Genuss in barocker Pracht

Die Dresdner Philharmonie gastiert zum ersten Mal in der Basilika und trägt die Sinfonie Nr. 8 von Anton Bruckner vor.
Die Dresdner Philharmonie gastiert zum ersten Mal in der Basilika und trägt die Sinfonie Nr. 8 von Anton Bruckner vor. Foto: djd/Ottobeuren/Andreas Herzau

In der Basilika Ottobeuren erklingen die Werke großer Meister

Erwartungsvolle Stille liegt über dem Kirchensaal, Geigen und Blasinstrumente stimmen sich ein letztes Mal ab, bevor der Dirigent mit dem Heben des Taktstockes sein Orchester erklingen lässt. Festliche Konzerte bringen nicht nur das Gehör, sondern auch die Seele zum Schwingen. Und wenn die Orgel einsetzt und sich ihre kraftvollen Klänge bis in den letzten Winkel des hohen Kirchengewölbes ausbreiten, ist der Ohrenschmaus für Klassikfreunde perfekt.

Bruckners “Achte”

Hochkarätige Künstler und ein stilvolles Ambiente zeichnen beispielsweise die Basilikakonzerte in Ottobeuren aus. Alljährlich kommen Besucher aus nah und fern, um den festlichen Klängen in einer der schönsten Barockkirchen Süddeutschlands zu lauschen. Auch in diesem Jahr kann sich das Publikum auf musikalische Meisterwerke freuen. Insgesamt acht klassische Konzerte stehen auf dem Programm. An ausgewählten Samstagen werden zudem Orgelkonzerte in der Basilika sowie in der Erlöserkirche veranstaltet. Alle Termine sowie eine Übersicht über die Ensembles, Kammermusiker und Nachwuchskünstler findet man unter www.ottobeuren.de.

Den Auftakt macht am 21. Juni die Sinfonie Nr. 8 von Anton Bruckner. Das monumentale Werk aus der Feder des österreichischen Meisterkomponisten ist seine längste Sinfonie, die vielfach als die “Krone der Musik des 19. Jahrhunderts” bezeichnet wird. Dargebracht wird das Konzert von der Dresdner Philharmonie, die 2020 ihr 150-jähriges Bestehen feiert und zum ersten Mal in der Barockkirche gastiert. Das traditionsreiche Orchester spielt unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Marek Janowski, der auf den Bühnen der Welt zu den Großmeistern seiner Zunft gerechnet wird.

Beethovens “bedeutendstes Werk”

Anlässlich des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven wird zudem die “Missa solemnis” am zweiten Konzertsonntag, 19. Juli, aufgeführt. Sie ist eine der berühmtesten Messen der abendländischen Musik und wurde von Beethoven selbst als sein bedeutendstes Werk bezeichnet. Sein großes Ziel war es, bei den Zuhörenden religiöse Gefühle zu wecken.

Nicht umsonst hat er dem Werk die Worte vorangestellt: “Von Herzen – möge es wieder zu Herzen gehen.” Vorgetragen wird die Messe vom Orchester Wiener Akademie und dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn unter der Leitung von Martin Haselböck. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe können Musikliebhaber ein Pauschalangebot ab 271 Euro pro Person nutzen, das unter anderem vier Übernachtungen, Eintrittskarten für zwei Konzerte und eine Führung durch die Basilika beinhaltet. djd