Barocke Klangstürme

Hansjörg Albrecht dirigiert das Münchener Bach-Orchester und den Bach-Chor.
Hansjörg Albrecht dirigiert das Münchener Bach-Orchester und den Bach-Chor. Foto: djd/Ottobeuren/Münchner Bach-Orchester

Ottobeuren feiert das 70. Jubiläum seiner Basilika-Konzerte

In der Benediktinerabtei in Ottobeuren hatte Musik immer schon einen hohen Stellenwert – angefangen mit dem gregorianischen Choral, über die Mehrstimmigkeit des Mittelalters bis zur Klassik. Doch das Konzert, das am 31. Juli 1949 die Herzen tausender Menschen berührte, bleibt bis heute im Gedächtnis. Erstmals erklang in der Basilika ein Kirchenkonzert in der Trägerschaft des oberschwäbischen Marktes. Zur Aufführung kam Händels berühmtes Oratorium „Der Messias“.

5.000 Menschen lauschten dem „Messias“

Der Zufall wollte es, dass an demselben Tag eine große Flüchtlingswallfahrt mit Gottesdienst und Kundgebung stattfand. Und so füllten am Nachmittag mehr als 5.000 Konzertbesucher die gewaltige Basilika und lauschten gemeinsam dem ersten Sinfonie-Konzert in diesem monumentalen Kirchenraum. Dieser stimmungsvolle Moment war der Auftakt für eine Konzert-Tradition, die bis heute fortdauert und in diesem Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum feiert. Seit dem damaligen Tag konzertieren jedes Jahr hochkarätige Chöre und Orchester sowie namhafte Dirigenten. Zum Jubiläum 2019 erklingt am 21. Juli das gleiche barocke Meisterwerk wie vor 70 Jahren: Das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel, mit dem weltbekannten Chorsatz „Halleluja“, aufgeführt durch das renommierte Münchener Bach-Orchester und dem Bach-Chor unter dem Dirigat von Hansjörg Albrecht. Alle weiteren Veranstaltungstermine sind unter www.ottobeuren.de zu finden.

Wechselspiel von Musik und Architektur

Den Beginn der Konzertreihe bildet am 30. Juni die siebte Sinfonie von Anton Bruckner, dessen kraftvollen Stücke besonders gut im Klangraum der Basilika zur Geltung kommen. Gerade diese Wechselbeziehung von Musik und Architektur prägt das Besondere am Konzerterlebnis in Ottobeuren. Wie sich musikalisch in der Sinfonie eine gewaltige Fülle an Einzelelementen zu einem eindrucksvollen Gesamteindruck zusammenfügt, wirkt der Innenraum der imposanten Basilika als architektonische Barocksinfonie. Eine kaum fassbare Menge an Einzelwerken zieren den Kirchenraum: 16 Altäre, 1.200 Engel, 11.000 Orgelpfeifen, meisterhafte Fresken, Bildnisse, Figuren und Plastiken. Den Schlusstakt der Konzertreihe 2019 setzt am 22. September das Sinfonieorchester des MDR Leipzig unter Leitung von Domingo Hindoyan. Auf dem Programm stehen die „Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini sowie die „Quattro Pezzi Sacri“ von Giuseppe Verdi. djd