Wohlfühlen beim Wassertreten

Wassertretanlagen sind im Kneippland Unterallgäu an vielen Orten zu finden. Foto: djd/Ottobeuren/Christian Prager
Wassertretanlagen sind im Kneippland Unterallgäu an vielen Orten zu finden. Foto: djd/Ottobeuren/Christian Prager

Erfrischende Freizeittipps im Kneippland Unterallgäu

Die Erfahrung am eigenen Leib brachte ihn auf die Spur: Mitte des 19. Jahrhunderts liest Pfarrer Sebastian Kneipp von der Heilkraft kalten Wassers und wagt den Selbstversuch.

Über mehrere Tage hinweg nimmt er ein kurzes Bad in der eisig kalten Donau und wärmt sich anschließend durch einen schnellen Sprint wieder auf. Schon bald bessert sich sein von der Tuberkulose gezeichneter Gesundheitszustand. Die Heilkraft des Wassers und der Bewegung wurden fortan zu zwei wichtigen Säulen seiner Lebensphilosophie.

Wandertouren durchs Kneippland

Wer die durchblutungsfördernde Wirkung der Hydrotherapie mit Aktivitäten an der frischen Luft verbinden möchte, ist in Ottobeuren, dem Geburtsort des Wasserdoktors, genau richtig. Im Zentrum steht der Kneipp-Aktiv-Park, in dem die Besucher die fünf Säulen der ganzheitlichen Gesundheitslehre unmittelbar erfahren können. Rund um den Urlaubsort laden zudem abwechslungsreiche Wander- und Radtouren ein, das reizvolle Allgäuer Voralpenland zu erkunden und unterwegs die müden Waden im kühlenden Wasser zu stärken. Ausführliche Beschreibungen gibt es unter www.outdooractive.com. Ein Pocket-Guide mit den zehn schönsten Touren ist außerdem ab August im Touristikamt am Marktplatz erhältlich.

Ein knapp fünf Kilometer langer Spazierweg führt rund um den Bannwald zur Allgäuer Volkssternwarte. Unterwegs bieten sich schöne Ausblicke auf die berühmte Basilika und die weiten, umliegenden Wiesen. Zwei Wassertretbecken laden zum kühlenden „Kneippen“ ein. Einen Teil des Weges nimmt der „Walderlebnispfad Bannwald“ ein, der vor allem für Kinder spannende Entdeckungen bietet. Eine weitere aussichtsreiche, 5,8 Kilometer lange Rundwanderung mit abwechslungsreichem Streckenprofil beginnt am Parkplatz an der Schelmenheide in Eldern. Hier befindet sich eine schöne Tretanlage, in der man sich vor und nach der Wanderung erfrischen kann. Gleich nebenan lohnt ein Blick in den frei zugänglichen Garten des Obst- und Gartenbauvereins.

Mit dem Rad zur Riednelke

Per Fahrrad lässt sich bequem das idyllische Günztal bis zum Benninger Ried erkunden. Auf schmalen Sträßchen geht es entlang der Günz in die Gemeinde Holzgünz mit ihrem schmucken Schloss. Bei Memmingerberg trifft man am Wegesrand wieder auf das Erbe des Wasserdoktors – in Form einer gepflegten, in den Bach eingelassenen Tretanlage. Im kleinen Naturschutzgebiet „Benninger Ried“ sollten Naturfreunde einen längeren Zwischenstopp einplanen, denn das Moorgebiet ist der weltweit einzige Lebensraum der „Benninger Riednelke“. Ein Museum informiert über die schützenswerte Fauna und Flora. Von Benningen geht es über Hawangen zurück nach Ottobeuren. djd