Wildblumenwiese vor dem Landratsamt

Mit einer Blumenwiese zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen
Mit einer Blumenwiese zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen . Foto: Stefanie Vögele/Landratsamt Unterallgäu
(Unterallgäu)

Mit einer Blumenwiese zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen

Wie man diese richtig anlegt – Blühfläche vor dem Landratsamt erweitert

Spätestens seit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist das Thema Artenvielfalt in aller Munde. Im Fokus steht dabei vor allem die Landwirtschaft. Aber was kann jeder Einzelne für den Erhalt der Artenvielfalt tun? „Zum Beispiel eine Blumenwiese im eigenen Garten anlegen“, sagt Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu. Dafür sei jetzt der richtige Zeitpunkt. Auch die Blumenwiese vor dem Landratsamt in Mindelheim wurde nun vergrößert, so dass Bienen und andere Insekten dort künftig noch mehr Nahrung finden.

Damit sich die bunte Pracht aus Wiesensalbei, Margeriten oder Kornblumen gut entfaltet, sollte man beim Anlegen einer Blumenwiese Verschiedenes beachten. „Wichtig ist die richtige Bodenvorbereitung vor der Ansaat“, sagt Orf. Zunächst sollte man die Grasnarbe sauber abtragen, Wurzeln und Unkraut entfernen und den Boden mit einer Egge auflockern. Danach sollte sich die Erde idealerweise zwei bis drei Wochen absetzen können, bevor der Boden nochmal von bis dahin gewachsenem Unkraut befreit wird.

Dann kann die Aussaat erfolgen. Dies kann laut Orf noch bis Ende Mai geschehen. Danach eigne sich der Zeitraum von Ende August bis Oktober wieder dafür. „Verwenden sollte man aber nur Saatgut mit heimischen Pflanzenarten“, betont der Kreisfachberater. Heimisch sind zum Beispiel Glockenblume, Wilde Möhre, Margerite, Schlüsselblume, Wiesensalbei, Kornblume, Scharfgarbe oder Wiesen-Storchschnabel. Orf rät, beim Kauf einer Saatgut-Mischung auf den Inhalt dieser Pflanzensamen zu achten.

„Das Saatgut am besten breitwürfig von Hand verteilen“, empfiehlt der Experte. Damit man ein gleichmäßiges Ergebnis erhalte, könne man dieses vorher auch mit Sand oder Sägemehl mischen. „Dann das Saatgut einwalzen oder mit einer Schaufel andrücken, aber nicht in den Boden einarbeiten, denn die Pflanzen sind Lichtkeimer.“

Am besten säe man vor feuchtem Wetter an, so Orf. Falls es nicht regne, sollte man den Boden regelmäßig wässern. Anschließend braucht man dem Kreisfachberater zufolge etwas Geduld. „Die Entwicklung der Blumenwiese dauert – manche Samen keimen erst im folgenden Jahr.“

Der Landkreis Unterallgäu hat bereits 2013 eine Blumenwiese vor dem Landratsamt angelegt, die nun gemeinsam von der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landschaftspflegeverband Unterallgäu (LPV) erweitert wurde. Dazu wurde vom LPV selbst gesammeltes Saatgut verwendet. Der Verband gewinnt dieses auf artenreichen Unterallgäuer Flächen und bringt die Samen auf verarmtem oder neuangelegtem Grünland aus. Der Landkreis Unterallgäu und der LPV setzen sich laut Landrat Hans-Joachim Weirather seit vielen Jahren für die Artenvielfalt ein. So habe man viele Flächen deutlich aufwerten können.


Zum Bild: Damit Insekten reichlich Nahrung finden, haben die Untere Naturschutzbehörde und der Landschaftspflegeverband (LPV) die Wildblumenwiese vor dem Landratsamt in Mindelheim vergrößert. Angesägt wurde vom LPV selbst gesammeltes Saatgut. Wie dieses gewonnen wird, erläuterte LPV-Geschäftsführer Jens Franke (rechts) Landrat Hans-Joachim Weirather (links) und Gartenbau-Fachberater Markus Orf. Foto: Stefanie Vögele/Landratsamt Unterallgäu