Bauen im Ortskern soll attraktiver werden

Bauen im Ortskern soll attraktiver werden
Bauen im Ortskern soll attraktiver werden. Bis zu 150.000 Euro Förderung - Landkreis unterstützt Pilotprojekt der Gemeinde Benningen. Foto: pixabay-annca
(Unterallgäu)

Bis zu 150.000 Euro Förderung – Landkreis unterstützt Pilotprojekt der Gemeinde Benningen

Ortsbildprägende Gebäude erhalten, Wohnraum schaffen und den Flächenverbrauch reduzieren: Das sind die Ziele des Pilotprojekts „Leben in der Dorfmitte“ der Gemeinde Benningen.

Dieses soll das Bauen im Ortskern attraktiver zu machen und Bauherrn bis zu 150.000 Euro Förderung bescheren. Der Landkreis will das auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt jährlich mit 50.000 Euro bezuschussen. Das hat der Kreisausschuss des Unterallgäuer Kreistags jetzt beschlossen. Wenn das Wohnraumförderprogramm erfolgreich ist, soll es laut Landrat Hans-Joachim Weirather auf andere Gemeinden ausgedehnt werden.

Wie Weirather sagte, sind die Landwirtschaft und damit das Erscheinungsbild der Dörfer einem rasanten Wandel unterworfen. Viele ehemalige Höfe im Ortskern stünden leer. „Es geht um die Frage, wie wir es schaffen können, in einem ländlich strukturierten Landkreis das Leben in der Dorfmitte zu halten oder dort neues Leben zu begründen.“ Um die Gemeinden hier zu unterstützen, habe man im Jahr 2017 bereits das Handbuch „Dorfkerne_Dorfränder“ entwickelt. Jetzt wolle man zusätzlich einen finanziellen Anreiz schaffen.

„Innenentwicklung, Nachnutzung ortsbildprägender Gebäude, Flächensparen und Wohnraumschaffung sind die Aufgaben des Bauens unserer Zeit“, betonte Kreisbaumeister Claus Irsigler. „In einer Zeit, in der viele Bauvorhaben in das Neubaugebiet wandern, sind es die Altortbereiche, die die Wiedererkennbarkeit und Identität unserer Dorflandschaften ausmachen.“

Laut Martin Osterrieder, Bürgermeister von Benningen, ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt in der Gemeinde hoch – auch, wegen der Nähe zu Memmingen. „Wir können diesen durch die Erschließung von Neubaugebieten nicht bedienen.“ Deshalb wolle die Gemeinde das „Potenzial im Ortskern aktivieren“ und damit auch der Flächenversiegelung entgegenwirken. Für eine Förderung gelten nach den Worten von Osterrieder folgende Kriterien: Die Größe der Wohneinheit muss zwischen 60 und 120 Quadratmeter liegen und es darf sich um maximal fünf Wohneinheiten handeln. Insgesamt wird von der Gemeinde Benningen maximal eine Wohnfläche von 500 Quadratmetern mit 100 Euro pro Quadratmeter, also mit maximal 50.000 Euro, gefördert. Hinzukommen können 50.000 Euro vom Landkreis Unterallgäu sowie weitere 50.000 Euro vom Amt für Ländliche Entwicklung. Insgesamt können Bauherrn also bis zu 150.000 Euro erhalten.

Auf die Landkreisförderung ging Kreiskämmerer Sebastian Seefried ein. „Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass der Zugang zum Förderprogramm niedrig ist und keine bürokratische Hürden bestehen.“ Deshalb ist die Gemeinde Benningen Anlaufstelle für alle drei Förderungen. Der Landkreis unterstützt Bauvorhaben, wenn diese sowohl von der Gemeinde Benningen als auch vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert werden. Sollten mehrere Bauvorhaben in einem Jahr durchgeführt werden, kann die Gemeinde Benningen den Landkreiszuschuss anteilig aufteilen. Der Landkreis fördert das jeweilige Vorhaben außerdem maximal in derselben Höhe wie die Gemeinde Benningen.