Kreisausschuss beschließt Bewerbung als Gesundheitsregion plus

(Unterallgäu/Memmingen)

Landkreis will medizinische Versorgung weiter verbessern

Der Landkreis will die medizinische Versorgung und Prävention im Unterallgäu weiter verbessern: Der Kreisausschuss des Unterallgäuer Kreistags sprach sich nun mehrheitlich dafür aus, sich als „Gesundheitsregion plus“ zu bewerben – vorausgesetzt, auch die Stadt Memmingen ist mit im Boot. Beantragt worden ist die Bewerbung von den Kreistagsfraktionen der CSU und JWU im Februar 2018.

Das bayerische Gesundheitsministerium fördert die Einrichtung von Gesundheitsregionen seit 2015. „Das Thema begleitet uns schon seit einigen Jahren“, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather. Die Allgäuer Städte und Landkreise seien zunächst skeptisch gewesen. Denn wenn die staatliche Förderung in Höhe von 50.000 Euro jährlich nach fünf Jahren ausläuft, müssten die Kosten allein gestemmt werden. Außerdem sei man der Meinung gewesen, dass das ganze Allgäu Gesundheitsregion werden und deshalb die Allgäu GmbH das Thema anpacken sollte. Nun sei jedoch klar, dass dies nicht möglich sei. Um wichtigen Themen wie zum Beispiel der ärztlichen Versorgung zu begegnen, habe man nun vor, sich gemeinsam mit der Stadt Memmingen zu bewerben. Der Stadtrat muss allerdings noch darüber entscheiden.

Gesundheitsregionen bauen ein Netzwerk auf aus Vertretern der Kommunalpolitik und allen, die vor Ort bei der gesundheitlichen Versorgung und Prävention eine Rolle spielen – ob Ärzte, Sportvereine oder Therapeuten. „Die Idee ist, dass sich auch die Qualität verbessern lässt, wenn sich die Akteure gut vernetzen“, erläuterte Dr. Maria Bachmaier, Abteilungsleiterin am Landratsamt. Die Verantwortung trägt ein Gremium, das sogenannte Gesundheitsforum. Die Projekte werden von Arbeitsgruppen vorbereitet. Eine Geschäftsstelle betreut die Gruppen, kümmert sich um die Umsetzung der Projekte, übernimmt organisatorische Aufgaben und koordiniert das Netzwerk.

„Die Geschäftsstelle ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Landrat Weirather. „Mit ihr steht und fällt die Gesundheitsregion“, betonte auch Dr. Maria Bachmaier. Laut der Abteilungsleiterin zeigen die Erfahrungen anderer Landkreise, dass die Gesundheitsregion eine Bereicherung ist, wenn die Geschäftsstelle gut besetzt ist. „Mit einem kompetenten und erfahrenen Geschäftsstellenleiter, der im Gesundheitsbereich bereits gut vernetzt ist und gut moderieren kann, kann es gelingen, relativ schnell ein schlagkräftiges Gesundheitsforum zu installieren“, so Bachmaier. Rund zwei Drittel der bayerischen Landkreise nehmen bereits an der Initiative „Gesundheitsregionen plus“ teil. In Schwaben sind dies die Landkreise Donau-Ries, Dillingen, Günzburg, Neu-Ulm, Aichach-Friedberg und Augsburg.

Im Unterallgäu berücksichtigt werden muss Bachmaier zufolge, dass der Landkreis im Seniorenbereich mit dem Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit bereits gut vernetzt ist. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, sei geplant, dass die Gesundheitsregion eng mit der Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept zusammenarbeitet. Grundsätzlich soll sich die Gesundheitsregion insbesondere den Handlungsfeldern „Gesundheitsförderung und Prävention“, „Gesundheitsversorgung“ und „Pflege“ widmen.