Gegen die weiße Wand

Nebel nimmt die Sicht, spielt mit der Wahrnehmung der Fahrer und verleitet zu falschen Reaktionen.
Nebel nimmt die Sicht, spielt mit der Wahrnehmung der Fahrer und verleitet zu falschen Reaktionen. Foto: djd/Deutscher Verkehrssicherheitsrat/montypeter - stock.adobe.com

Ratgeber Verkehr

Tipps zum sicheren Fahren bei Nebel

Wie aus dem Nichts taucht die weiße Wand auf – und plötzlich ist überall nur noch Nebel. Der birgt einige Risiken für Autofahrer und verlangt ihnen höchste Konzentration ab. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat Tipps zum sicheren Fahren bei Nebel.

Über 500 schwere Nebelunfälle pro Jahr

Vor allem morgens und abends nimmt der Nebel in der kalten Jahreszeit die Sicht, spielt mit der Wahrnehmung der Fahrer und verleitet zu falschen Reaktionen. Das spiegelt sich auch in den Unfallzahlen wider: In den Jahren 2014 bis 2018 registrierte die Polizei 2.598 schwere Nebelunfälle, also durchschnittlich 520 pro Jahr. Darunter waren 1.848 Unfälle mit Personenschaden, bei denen insgesamt 2.780 Personen verunglückten, darunter 81 tödlich. Rund 60 Prozent der schweren Nebelunfälle wurden in den Monaten Oktober bis Dezember gezählt. Nebel täuscht die Wahrnehmung der Fahrer: Die eigene Geschwindigkeit wird falsch empfunden, das Scheinwerferlicht in alle Richtungen gestreut. Dadurch schätzen Fahrer Entfernungen nicht mehr richtig ein, andere Fahrzeuge und Objekte erscheinen weiter entfernt, als sie tatsächlich sind.

Tempo drosseln, Abstand erhöhen

„Bei den ersten Anzeichen von Nebel muss die Geschwindigkeit deutlich gedrosselt und den Sichtverhältnissen angepasst werden. Wer eine Sichtweite von 50 Metern hat, darf nicht schneller als 50 km/h fahren“, erläutert DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner. Als Orientierungshilfe können zumindest auf Autobahnen und Landstraßen die Leitpfosten dienen, die meist im 50-Meter-Abstand aufgestellt sind. „Viele Fahrer halten die eigene gefühlte Geschwindigkeit für angemessen, obwohl sie viel zu schnell unterwegs sind. Deshalb ist es so wichtig, erhöhten Abstand zu halten, runter vom Gas zu gehen und bremsbereit zu sein“, so Kellner. Gleichzeitig ist der Abstand zum Vorausfahrenden zu vergrößern: „Gefährlich wird es, wenn sich Autofahrer an den Rücklichtern des Vordermanns orientieren. Dadurch entstehen Fahrzeugkolonnen, die insgesamt viel zu schnell sind, Bilder von Massenkarambolagen kommen noch viel zu oft vor.“

Abblendlicht einschalten!

Bei Nebel sollte auch tagsüber bewusst das Abblendlicht eingeschaltet werden, denn beim automatisch aktivierten Tagfahrlicht leuchten nur die Frontscheinwerfer, die Rückleuchten bleiben dunkel. Dank der größeren Leuchtkraft der Abblendscheinwerfer erkennt man die Konturen eines Fahrzeugs besser. Die Nebelschlussleuchte ist erst dann einzusetzen, wenn die Sichtweite unterhalb von 50 Metern liegt. Zudem ist es wichtig, sich am rechten Fahrbahnrand zu orientieren, nicht an der Mittelspur, sonst drohen Frontalkollisionen. djd