Bioabfälle richtig entsorgen

Statt Kunststofftüten zu verwenden, sollten Verbraucher für die Entsorgung ihres Biomülls besser Zeitungspapier nutzen.
Statt Kunststofftüten zu verwenden, sollten Verbraucher für die Entsorgung ihres Biomülls besser Zeitungspapier nutzen. Foto: djd/LichtBlick SE/Getty

Ratgeber Umwelt:

Kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll

Nicht immer ist etwas ökologisch sinnvoll, nur weil „Bio“ draufsteht. Ein Bio-Apfel, der beispielsweise aus Neuseeland eingeflogen wird, hat im Regelfall eine schlechtere Ökobilanz als ein konventioneller Apfel aus Deutschland. Ein anderes Beispiel sind kompostierbare Plastiktüten. Darf beziehungsweise sollte man sie mit Bioabfällen füllen und in der Biotonne entsorgen? Die Antwort ist ein klares Nein – kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll.

Plastiktüten werden viel zu langsam abgebaut

„Biomülltüten aus Plastik sind eine Mogelpackung“, erklärt Volker Walzer, Unternehmenssprecher beim Ökostromanbieter LichtBlick. Denn trotz des Etiketts „biologisch abbaubar“ zerfallen die Tüten nur unter den ganz speziellen Bedingungen von industriellen Kompostierungsanlagen. Auf den eigenen Kompost, so Walzer, sollte man die Beutel auf keinen Fall werfen: „Dort herrschen ganz andere Temperatur- und Zersetzungsbedingungen als in einem Kompostierwerk. Sprich: Die Tüten bauen sich viel langsamer ab.“ Beim Hamburger Ökostromanbieter können sich Verbraucher nicht nur zum Thema Umweltverträglichkeit in der Stromerzeugung informieren, sondern auch zu nachhaltigem Handeln in Sachen Mobilität, Recycling und Upcycling. Viel Wissenswertes unter lichtblick.de/magazin.

Plastik wird oftmals von vornherein aussortiert

Selbst in einer professionellen Kompostierungsanlage sind Bioplastiktüten nicht gut aufgehoben. „Biokunststoffe werden nach der Zersetzung nicht etwa zu wertvollem Humus, sondern lediglich zu Wasser und CO2“, so Volker Walzer. Weil die Mitarbeiter in der Anlage nicht auf Anhieb erkennen können, ob es sich um herkömmliches oder Bioplastik handelt, sortieren sie die Beutel ohnehin oft vorsorglich aus: „In hochmodernen industriellen Kompostierwerken müssen die Bioabfälle in rund vier bis fünf Wochen zersetzt und verkaufsfertig sein. Die kompostierbaren Plastiktüten zerfallen jedoch nicht so schnell.“ Die Mülltüten dürfen sich „biologisch abbaubar“ nennen, weil sie einer bestimmten Industrienorm entsprechen. Diese Norm, so Walzer, sei aber veraltet, da viele Kompostieranlagen die üblichen Bioabfälle heute deutlich schneller umwandeln, als es noch in der Norm steht.

So sollte man Biomüll am besten sammeln

Statt Kunststofftüten zu verwenden, sollten Verbraucher ihren Biomüll besser und nachhaltiger in wachsbeschichteten Mülltüten aus Recyclingpapier sammeln und entsorgen oder für die Entsorgung Zeitungspapier nutzen, rät Volker Walzer: „Noch besser ist es, den Biomüll in einer Schale oder einem Eimer zu sammeln und den Behälter regelmäßig direkt über der Biotonne zu entleeren.“ djd